Inwiefern bestimmt die Evolution, welchen Partner wir wählen beziehungsweise welche Menschen wir überhaupt als potenzielle Partner in Betracht ziehen?

Während viele Menschen glauben, dass Partnerwahl, vor allem in einer modernen, westlichen Gesellschaft, einzig und alleine durch den eigenen Willen und Liebe bestimmt ist, gehen Evolutionspsychologen schon lange davon aus, dass der Mensch bestimmte Mechanismen entwickelt hat, mit denen er adaptive Probleme in der evolutionären Geschichte, bewältigen konnte.

Dies zeigt sich zum Beispiel in der Partnerwahl. Eine allgemeine Vorliebe für attraktive Partner zum Beispiel, lässt darauf schließen, dass Menschen unbewusst einen gesunden und fertilen Partner suchen. Denn Schönheit und Gesundheit korrelieren sehr eng miteinander. Wer zum Beispiel ein asymmetrisches Gesicht hat, gilt im Allgemeinen als weniger schön. Die Ursachen für diese Gesichtsasymmetrie können unter anderem krankheitsbedingt sein.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Fertilität. Männer bevorzugen Frauen, die ein Waist-to-hip ratio (WHR), also ein Verhältnis der Taille zur Hüfte, von 0,7 haben. Dies ist in allen Kulturen und unabhängig vom gängigen Schönheitsideal bezüglich des Gewichts, erwiesen worden. Das WHR gibt Auskunft darüber, wie gesund und damit fruchtbar eine Frau ist. Je breiter die Hüfte, desto eher ist die Frau in der Lage ein Kind zu gebären.

Frauen hingegen bevorzugen Männer, die ein markantes Gesicht und viel Behaarung haben. Idealerweise sollte der Mann dazu noch groß und muskulös sein. All dies gilft, die Frau und die Familie in einer Notsituation beschützen zu können. Die Körperbehaarung und die markanten Gesichtszüge hingegen, weisen auf ein hohes Testosteron-Level hin. Das Sexualhormon ist zum Beispiel für die Spermienproduktion verantwortlich und steht so im Zusammenhang mit der männlichen Fruchtbarkeit.

Interessanterweise tritt dieser Effekt vor allem dann auf, wenn Frauen sich in ihrer fruchtbaren Phase befinden. Ist dies nicht der Fall, werden eher Männer bevorzugt, die das Bild eines guten Ehemannes und Vaters repräsentieren.

Frauen sind weiterhin darauf gepolt, Männer zu erkennen, die in der Lage sind viele Ressourcen in sie selbst und die Kinder zu investieren. Hierdurch kann zum Beispiel erklärt werden, warum in den meisten Partnerschaften der Mann älter ist als die Frau. Ein älterer Mann hat meist mehr Ressourcen vorzuweisen, als ein wesentlich Jüngerer.