Jeder der schon einmal eine dauerhafte Beziehung geführt hat, ist sich im Klaren, dass nicht immer nur Sonnenschein herrscht. Es gibt bessere und schlechtere Zeiten und Streit gehört eben auch mal dazu. Dennoch sollte man wissen, wie man richtig und konstruktiv mit Konflikten und dem Partner umgeht. Besonders beliebt in Beziehungen sind Machtspielchen um dem anderen seine Meinung und letztlich auch seine Gefühle zu zeigen. Ein paar dieser Machtspielchen sollen hier gezeigt und werden und gleichzeitig ein vielleicht besserer Lösungsweg für partnerschaftliche Probleme geschaffen werden.

Letztlich ist es jedem klar, aber manchmal ist es eben doch sehr schwierig durchzusetzen: Miteinander reden und Probleme ansprechen ist immer eine bessere Lösung als den Partner mit Schweigen zu bestrafen. Trotzdem setzen Paare diese Strategie häufig ein, um dem eigenen Unmut Luft zu machen. Rufen Sie sich immer in Erinnerung, dass ihr Partner nicht Ihre Gedanken lesen kann und vielleicht gar nicht genau weiß, warum Sie schweigen und ihn somit ausschließen.

Gerne als Druckmittel wird Sex genutzt. Wenn ich nicht bekomme, was ich will, dann bekommst du eben keine Intimität mehr von mir. So oder so ähnlich könnten Gedankengänge ablaufen, wenn man dem Partner Sex verwehrt. Dabei erfährt der Partner jedoch nicht nur eine körperliche Zurückweisung, sondern auch eine Emotionale. Geschieht dies häufiger, kann es sich letztlich zum Normalzustand entwickeln und tiefe Spuren in der Beziehung hinterlassen. Auch hier lässt die Verbalisierung der Konflikte zu, dass man eher aufeinander zugeht und so auch Freude an gemeinsamer Intimität findet.

Besonders beliebt um die eigene Macht in der Partnerschaft zu demonstrieren, ist ein um lange Zeit verspäteter Vorwurf. Du hast damals ja dies und dies getan, weswegen ich heute so und so handle. Nicht nur, dass ein solcher Vorwurf jegliche Relevanz verloren hat, da er meist um einige Zeit in der Vergangenheit liegt, er ist auch besonders unfair, da der Beschuldigte nichts mehr gut machen kann, sondern sofort mit den Konsequenzen zu leben hat. Der Partner muss also die folgende Bestrafung akzeptieren und wenn er oder sie dies nicht tut, ist Streit vorprogrammiert. Man sollte immer im Hinterkopf bewahren, dass man in einer Beziehung nicht alles aufaddieren kann. Wenn einer der Partner mehr für den anderen tut als umgekehrt, kommt zwar irgendwann ein Ungleichgewicht in die Partnerschaft, es liegt aber an den Partnern selbst zeitnah solche Konflikte anzusprechen und offen damit umzugehen. Eine um vielleicht sogar Jahre verspätete Konfrontation ist ungerecht und lässt kaum Raum für konstruktives Streiten.

Wer Kinder hat, kennt vielleicht auch diese Situation nur zu gut. Wenn die Eltern streit haben, werden Kinder emotional auf die Seite des einen Partners gezogen. Dann spricht man vielleicht schlecht vor den Kindern über der Partner oder aber ein Partner setzt sich klar an die Spitze der Erziehung und lässt gemeinsame Absprachen einfach außer Acht. So signalisiert man schnell, dass das Machtgefüge verrutscht ist und gemeinsam getroffene Entscheidungen nicht mehr relevant sind. Die eigene Position ist die Stärkere. Diese Situation ist nicht nur für den Partner ungerecht, der wenige Möglichkeiten hat sich zu wehren, besonders schlimm ist es außerdem für die Kinder, die in einer Konfliktsituation zwischen den Eltern stehen und sich „entscheiden müssen“. Letztlich geht diese Verhaltensweise zur Lasten der Kinder und sollte unbedingt vermieden werden.