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Partnerwahl und Demografie in Deutschland aus Forschersicht
16. Dezember 2011
in Partnerschaft ,Flirten

Nicht nur aus Anlass der noch laufenden Scheidung zwischen dem Hollywood Beau Ashton Kutcher und der Actress Demi Moore, erlangt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung besonderes Interesse. Es geht auch darum einmal mit  akademisch Sachverstand über den Stand und die Entwicklung der Partnerwahl in Deutschland zu berichten.

Die Forscher um Evelyn Grünheid werteten hierzu die Daten aus den meisten deutschen Standesämtern aus und verglichen sie mit den gleichen Angaben aus über 50 Jahren. Heraus kam eine Studie, die überwiegend den Fokus auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Partnerwahl, heute und im historischen Vergleich, legt.

Ehe von weiterhin hoher gesellschaftlicher Bedeutung

So zeigt ein Ergebnis der Untersuchung, welchem Familienstand die Partner (männlich bzw. weiblich) vor der Hochzeit hatten. Bei knapp zwei Dritteln, also der überwiegenden Mehrheit, handelt es sich bei den Heiratswilligen beiderseits um ledige Männer und Frauen. Auffallen ist in diesem Zusammenhang die gestiegene Anzahl geschiedener Personen, die sich zur erneuten Heirat auf dem Standesamt einfinden. Dass trotz der leicht sinkenden Scheidungszahlen, Ehen zwischen Geschiedenen gestiegen sind, deuten die Forscher dahingehend, dass die Institution Ehe einen nach wie vor hohen Stellenwert in der Bevölkerung genieße.


Keine gravierenden Verschiebungen beim Altersunterschied

Bereits eingangs hatten wir auf die möglichen Bezüge der Studie zu der Promi-Ehe (und Scheidung) im Hause Kutcher/Moore hingewiesen. Auch dem sogenannten Cougar-Trend, also der Beziehung deutlich jüngerer Männer zu älteren Frauen, sind die Forscher nachgegangen und fanden bei den heutigen Paaren kaum Verschiebungen in der Altersstruktur. Nach wie vor dominiert das Muster, wonach Männer im Durchschnitt drei Jahre älter sind, als ihre angetrauten Ehefrauen. Leicht erhöht hat sich lediglich der Anteil nichtehelicher Partnerschaften in denen die Frau älter ist als der Mann. Einen Trend wollen die Forscher darin aber noch nicht zugunsten unkonventioneller Altersmuster erkennen.


Deutliche Zunahme im Bildungsniveau begünstigt „gleich und gleich“

Eine deutliche Zunahme haben die Demografen indes beim sozialen Rangverhältnis  der Paare feststellen können. Danach hat sich der Trend zu Partnern gleichen Bildungsstands verstärkt. Indes führen die Verfasser der Studie dies fast alleine auf das allgemein gestiegene Bildungsniveau der Bürgerinnen und Bürger zurück. Es sei für einen gebildeten Mann heutzutage sehr viel einfacher und nahliegender eine Frau mit dem selben Bildungsniveau kennen zu lernen und damit die Wahrscheinlichkeit für eine gemeinsame Ehe sehr viel größer, als noch in früheren Jahren.
 

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich in der grundlegenden Struktur der Zusammensetzung von Paaren über die Jahre keine grundlegende Veränderung gezeitigt hat. Alleine das gestiegene Bildungsnieau, insbesondere der Frauen, hat dazu geführt, dass im Bereich des sozialen Status eine relative Angleichung stattgefunden hat. Wer also auf eine grundlegende Veränderung der Paarbeziehungen in Folge von Feminismus und sozialer Durchlässigkeit gehofft hatte, wurde mit der vorliegenden Studie eher enttäuscht.

 


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