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Auszeit

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich eine Fernbeziehung schon nach so kurzer Zeit nervt. Oder eher die Umstände, die eine solche Beziehung mit sich bringt. Insbesondere weil ich fast jedes Wochenende derjenige bin, der sich ins Auto setzt und 190 Kilometer fährt, oder eher 380 Kilometer. Ich muss ja auch wieder zurückkommen. Nicht einmal fünf Monate sind vergangen und ich bin wirklich geschlaucht davon jedes Wochenende wegzufahren. Mal ganz abgesehen von meiner Wohnung, die nur noch aus dreckiger Wäsche und Staub besteht. Da ich aktuell logischerweise auch keine Zeit mehr habe am Wochenende ein paar kleineren Arbeitsaufgaben nachzukommen, muss alles während der Woche erledigt werden, was nicht selten dazu führt, dass ich bis 19 Uhr im Büro sitze. Danach noch irgendetwas zu Hause tun, steht bei mir nicht auf dem Plan.

Es muss sich also dringend etwas ändern, bevor ich die negative Stimmung auf Jasmin übertrage. Es hat ja nichts mit ihr zu tun, sondern lediglich mit den Umständen, die die Beziehung begleiten. Bei genauerer überlegung fällt mir allerdings auch keine wirkliche Lösung ein. Zumindest keine schnelle in den nächsten Monaten. Grundlegend bin ich durchaus bereit meinen Wohnort zu wechseln, das aber scheint mir eher eine perspektivische Entscheidung zu sein, die ich nicht übers Knie brechen will und schon gar nicht ohne ausreichend Planungszeit.

Erschwerend kommt definitiv hinzu, dass ich im Normalfall gerne ein Wochenende im Monat zu Hause oder bei meiner Schwester und meinem Neffen und der neuen Nichte verbringe. Nun war ich geschlagene drei Monate nicht mehr zu Hause und das gefällt mir nicht wirklich. Wie wichtig es ist, soziale Kontakte zu halten, habe ich auf die schmerzliche Tour nach der Trennung gelernt. Da bleiben irgendwann wenige Freunde übrig, wenn man sich 5 Jahre nicht meldet. Und aktuell bin ich wieder auf dem bester Weg in eben diese Richtung.

Doch wie geht man an solches Gespräch an? Wie erklärt man jemanden, das man auch sein altes Leben nicht vernachlässigen will und somit von der gemeinsamen, doch ohnehin schon begrenzten Zeit, etwas wegnehmen muss. Insbesondere um die Zeit für die Familie aufzubringen, zu der man aber den neuen Partner noch nicht mitbringen will! Irgendwie sehe ich keine einzige gute Strategie und kein einziges gutes Resultat dieses Gesprächs!

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